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Tierhalterin

Und da bekam sie einen Affen

Von Ana Ostric, 08.05.07, 15:52h, aktualisiert 17.12.08, 12:12h

Christine Melzer kämpft für eine artgerechte Haltung von exotischen Tieren. „Ein Papagei gehört nicht in die Wohnung“, sagt die 40-jährige Leichlingerin, die schon viel tierisches Elend gesehen hat.

BILD: RALF KRIEGER
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In der idyllischen Leichlinger Ortschaft Neuwinkel sind die Affen los.
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In der idyllischen Leichlinger Ortschaft Neuwinkel sind die Affen los.
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Ingo Melzer ist Tischler und hat die Holzgehege selbst zusammengebaut. Die Affen fühlen sich auch wohl im Haus.
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Leichlingen - Alles begann ein bisschen wie bei Pippi Langstrumpf. Ihren ersten Affen bekam Christine Melzer als damals 17-Jährige von einem Seemann in Hamburg. „Ja, damals war ich auch so naiv“, kommentiert sie den Vergleich mit der schwedischen Kinderheldin. Ihr kleines Äffchen wurde zum treuen Begleiter. Während sie kellnerte, wartete das Tier auf dem Baum vor der Gaststätte und sprang nach Feierabend auf Zuruf auf ihre Schulter.

Die Liebe zu den Primaten ist bis heute geblieben, doch sind sie für Christine Melzer längst keine possierlichen Spielzeuge mehr. Irgendwann habe es bei ihr „Klick gemacht“, sagt sie „ich habe angefangen mich für Tierschutz zu interessieren.“ Sie kennt die theoretischen Grundlagen, kann aus dem Washingtoner Artenschutzabkommen ebenso zitieren wir aus dem Tierschutzgesetz: Wer ein Tier besitzt, „muss es seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen“.

Dafür macht sich die 40-Jährige stark, nicht nur bei ihren eigenen Tieren. Augen und Ohren halte sie immer offen, um Tierquälern den Garaus zu machen. Viel Elend habe sie selbst schon gesehen. „Ein Papagei gehört nicht in die Wohnung“, findet sie, „das tut weder Tier noch Besitzer gut.“ Der Papagei der Melzers, Coko, hat ein großes Gehege und zwei Spielgefährten, einen Nymphen- und einen Wellensittich. Von einem Züchter habe sie das grüngefiederte Tier erhalten, noch im Ei. „In der Brotmaschine haben wir Coko ausgebrütet“, erzählt Christine Melzer.

Auf ihrem Grundstück in der Leichlinger Ortschaft Neuwinkel möchten sie und ihr Mann Ingo Tieren einen schönen Lebensraum bieten - mit viel Platz, frischem Futter und den nötigen Streicheleinheiten. Das Gehege hat Ingo Melzer selbst gebaut und in die natürlichen Gegebenheiten des Hofes integriert. Verbunden über Brücken können sich die fünf Affen - ein Rothandtamarin-, ein Weißbüschel-, ein Schwarzpinsel- und zwei Kapuzineräffchen - gegenseitig besuchen. Auf den Bäumen turnen die Affen herum, zum Spielen gibt es Brücken und Hängematten, dazu Äste aus dem benachbarten Wald.

Eine besondere Beziehung verbindet das Ehepaar, das im vergangenen Sommer von Witzhelden nach Neuwinkel zog, mit dem Affenpärchen Jimmy und Sarah. Die Kapuziner haben sie vor einigen Monaten gekauft. In einem erbärmlichen Zustand seien sie gewesen, vom Vorbesitzer schlecht behandelt. Kaum vorstellbar, wenn man sieht, wie die beiden durchs Gehege toben und Blickkontakt mit dem Besucher aufnehmen.

„Ja, der Jimmy flirtet gerne“, kommentiert die Pflegemutter lachend, „die Sarah ist dafür zickig.“ Die Geschicklichkeit der Tiere begeistere sie immer wieder aufs Neue, wenn sie ihnen dabei zusieht, wie sie ihre Fingernägel auf einem Holzstück feilen oder einen Ast der Länge nach aufschlitzen, um an den Pflanzensaft zu gelangen.

Ein Heim für Tiere

Zwischen Kuhweide, Wald und Karpfenteich haben sie ein Heim nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Tiere geschaffen. Jeden Hasen, jedes Reh, die Vögel und Salamander kenne sie persönlich. Ein Idyll, dem die Bürokratie manchmal im Wege steht. Vieler Genehmigungen, Formulare und Besichtigungen von Behörden bedarf es, einiges ist erledigt, anderes noch in Arbeit. Von ihren Träumen lassen sich die Melzers deswegen aber nicht abhalten: „Wenn unsere Affen hier ohne Gehege über die Wiesen laufen könnten und am Teich spielen“, sinnieren sie. Das wird wohl ein Traum bleiben, aber dafür gibt es andere, konkrete Pläne. Schulklassen möchte das Ehepaar nach Neuwinkel einladen, um den Kindern Natur- und Artenschutz praktisch vorzuführen.



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